Was ist angewandte
Kinesiologie?
AK (angewandte
Kinesiologie) ist eine hauptsächlich diagnostische Methode,
mit der durch Testung einzelner Muskeln und ihrer
Stärkeänderung durch Reize und wie der Organismus darauf
reagiert, geeignete therapeutische Maßnahmen verschiedenster
Art herausgefunden werden.
Jeder Stress, jeder Reiz
verändert den Muskeltonus.
Dieser Stress kann
-
körperlich,
-
psychisch oder
-
chemisch-toxisch
sein.
Positive Reize können
Heilmittel, manuelle Behandlung, Akupunktur oder auch
Medikamente sein.
Die getesteten Muskeln
reagieren auf normale Art, d.h. sie reagieren mit Stärke und
lassen sichb entspannen.
Negative Einflüsse können
Allergene, unverträgliche Lebensmittel, toxische Substanzen,
Störfelder oder Stress sein. Die getesteten Muskeln
reagieren mit Schwäche oder mit Verspannung, d.h. sie lassen
sich nicht entspannen.
Durch Anwendung der richtigen
Therapie reagiert der getestete Muskel mit seinem normalen
Tonus, stark und lässt sich entspannen.
Die vielen Gesichter
der Kinesiologie.
Die vielen Gesichter der
Kinesiologie lassen sich auf eine Spaltung in zwei Gruppen
unter den Schülern des Begründers George Goodheart
zurückführen, die sich in verschiedene Richtungen
weiterentwickelten.
Die erste Gruppe war rein
medizinisch-therapeutisch und richtete sich an medizinische
Fachkreise wie Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker und
Physiotherapeuten und wurde Applied
Kinesiology genannt.
Die zweite Gruppe entwickelte
die Erkenntnisse George Goodhearts zur Methode Touch for Health (Gesund durch berühren), die
ursprünglich für Laien gedacht war und den Grundstein für
die heutige energetische und pädagogische Kinesiologie
legte. Aus dieser Bewegung gingen später auch
hochspezialisierte Zweige wie die EDU-Kinesiologie, die
psychische Kinesiologie, Systemische Kinesiologie und viele
andere, hervor.
Applied Kinesiology
(medizinische Kinesiologie)
Die Applied Kinesiology (AK)
ist eine primär diagnostische Methode. Man kann sie auch
medizinische Kinesiologie nennen. Die AK unterscheidet sich klar
von den vorgenannten kinesiologischen Richtungen. AK ist
Diagnose- und Therapiesystem, das ausschließlich medizinischen
Berufen wie Ärzten, Heilpraktikern oder Physiotherapeuten
vorbehalten ist. Anwender der AK haben beim International College
of Applied Kinesiology (ICAK) eine fundierte Ausbildung
genossen.
Auch bei der AK ist die Basis der
korrekte Muskeltest, mit dessen Hilfe eine funktionsdiagnostische
Aussage über biochemische und strukturelle Störungen gemacht
werden kann und mit dessen Hilfe die exakte Therapiemethode
gefunden werden kann. Allerdings unterscheidet sich der
Muskeltest vom Test anderer kinesiologischer Methoden.
Im Vordergrund steht die Diagnose.
Die Therapie der AK ist ganzheitlich. Ganzheitlich therapieren
bedeutet, die verschiedenen Komponenten, die zu gesundheitlichen
Störungen geführt haben, zu erkennen, zu verstehen und aus
diesem Verständnis heraus die optimale Therapie
anzuwenden.
Die Therapie der AK besteht, je
nach Resultat des Muskeltests aus manueller Therapie, aus
dorthomolekularer Therapie oder aus energetischen
Methoden.
Touch for Health
John F. Thie entwickelte aus den
Erkenntnissen Goodhearts die Methode Touch for Health (Gesund
durch berühren). Er wollte für Laien eine Möglichkeit
schaffen, sich energetisch ins Gleichgewicht zu bringen, das
Immunsystem zu stärken und die Selbstheilungskräfte anzuregen.
Der Muskeltest wird als Biofeedback-Instrument verwendet, der
es uns erlaubt, den energetischen und emotionalen Zustand des
Getesteten zu erfahren. Der Muskel zeigt auch, was dem Körper
fehlt, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, das heißt er wird
wieder stark, wenn wir das richtige tun, die richtigen
Nahrungsmittel essen oder neue positive Gedanken
entwickeln.
Das Korrigieren oder Ausgleichen der schwachen Muskeln wird
Balance genannt. Bei dieser Methode werden mindestens 14
Muskeln getestet. Jeder Muskel gehört zu einem Meridian oder
Funktionskreis. Die schwachen Muskeln geben Hinweise auf
gestörte Energiekreisläufe. Das Korrigieren der schwachen
Muskeln geschieht über Akupressurpunkte, und Reflexpunkte
und durch das Auflösen seelischer Ursachen.
EDU- Kinesiologie
Später
wurde von Dr. Paul E. Dennison, einem Pädagogen die
Edu-Kinesiologie entwickelt. Schwerpunkt dieser Methode ist das
Gehirn und die Gehirnfunktionen. Lernschwierigkeiten,
Konzentrationsprobleme, Legasthenie usw. sind oft die Folge der
fehlenden Zusammenarbeit unserer beiden Hirnhälften.
Beide Hälften haben ganz unterschiedliche Aufgaben
haben. Die linke Hirnhälfte ist die rationale, mathematisch
denkende Hälfte. Hier sitzt auch das Sprachzentrum. Die
rechte Hälfte dagegen ist mehr gefühlsorientiert, kreativ,
ganzheitlich, bildhaft.
Die beiden Teile sind durch ein Bündel von Nervenfasern, dem
Corpus callosum verbunden.
Zum Lernen von Neuem, ja für jede
Tätigkeit benötigen wir beide Hirnhälften. Schauen wir uns
das einmal am Beispiel Aufsatz an. Bei einem Schüler, der nur
seine linke Hirnhälfte benutzt, wird der Aufsatz ein
nüchterner, klarer Bericht. „Dann war das, dann machte er das.
Der Aufsatz wird meist zu kurz. Es fällt ihm einfach nichts ein,
was er noch schreiben könnte. Der Schüler mit
Rechtshirn-Dominanz würde das Thema ausschmücken. Oft findet er
kein Ende oder verfehlt vor lauter schmückendem Beiwerk das
Thema.
Unter Stress wird die
Verbindung der beiden Hirnhälften unterbrochen, wir
reagieren, handeln nur noch eingleisig. Unsere Reaktionen und
Entscheidungen fallen entweder nur noch gefühlbetont oder
rein rational aus. Wir sind nicht mehr in der Lage,
abzuwägen und alle Möglichkeiten in Betracht zu
ziehen.
Die Edu-Kinesiologie setzt den Muskeltest ein, um visuelle,
auditive, emotionale- und Hirnintegrations-Blockaden zu
erkennen. In sog. Brain-Gym- oder Edu-K-Balancen werden
verschiedene Muskeln als Indikator für die Dimensionen
Lateralität, Zentrierung und Fokus verwendet sowie und die
bei einer Blockade jeweils erforderlichen Übungen
ausgetestet. Die „Dennison-Lateralitätsbahnung“ ist das
Kernstück dieser Übungen und besteht aus einer Serie von
kontralateralen-und homolateralen Bewegungen, kombiniert mit
bestimmten Blickrichtungen.
Über den Muskeltest werden auch die Blockaden
festgestellt, die zur verminderten geistigen Kapazität
führen. Das können emotionale Blockaden, Allergien oder
chemische Einflüsse sein.
Psychische
Kinesiologie
Im Vordergrund dieser Methoden stehen emotionale
Blockaden, die mit dem gerade bearbeiteten Problem zu tun haben.
So können Depressionen, Ängste und Phobien, Beziehungsprobleme,
Prüfungsangst, aber auch Krankheiten und Beschwerden durch
aktuellen Stress oder durch verdrängte, nicht verarbeitete
Kindheitserlebnisse, entstehen.
Über den Muskeltest können diese emotionalen Ursachen
erkannt und dem Klienten bewusst gemacht werden.
Neben der Einteilung in rechte und linke Hirnhälfte geht die
psychische Kinesiologie auch von einer Vorne-Hinten
–Teilung aus. Das Vorderhirn, genauer gesagt, die
Großhirnrinde, ist der Bereich für logisches Denken, für
das Gegenwartsbewusstsein. Alle Informationen kommen hier an,
werden bearbeitet und weitergeleitet. Im Idealfall benutzen
wir diesen Bereich, um angemessen zu handeln, zu reagieren
und Entscheidungen zu treffen. Doch haben wir diesen
Idealfall nur selten, Emotionaler Stress blockiert den
Zugang zum Vorderhirn. In einer Stress-Situation reagieren
wir mit dem Hinterhirn, nach alten Mustern.
Unsere Reaktionen, unser Fühlen und Handeln werden bestimmt
durch Erfahrungen der Vergangenheit und dadurch, wie wir
diese Erfahrungen bewerten.
Um tiefliegende emotionale Blockaden zu lösen, ist es
wichtig, die in der Kindheit entstandenen Muster zu finden
und aufzulösen.
Alle Eindrücke, die wir erhalten,
werden zunächst in der Großhirnrinde des Vorderhirns
aufgenommen, verarbeitet und über Nerven an eine wichtige Region
im Mittelhirn weitergeleitet, das limbische System. Das limbische
System ist für die Steuerung der Gefühle und der
Körperphysiologie verantwortlich.
Im Zentrum des limbischen Systems
liegt der Hypothalamus. Diese Drüse ist sensorisch sowohl mit
der Großhirnrinde als auch mit der Körperbiologie verbunden und
steuert über das Nervensystem elementare Körperfunktionen wie
Hunger, Durst, Sexualität, Temperatur, Puls, Blutdruck usw.
Und hier findet die Umwandlung von
emotionalen Informationen in sog. Botenmoleküle oder
Neuropeptide statt.
Diese Neuropeptide sind also die
Verbindung zwischen unserem Gehirn und dem Körper. Das bedeutet,
daß die Seele über diese Neuropeptide, gemeinsam mit Hormonen,
durch das Zentralnervensystem als Vermittler, Zugang zu allen
Organen hat und ihre Funktion beeinflussen kann. Diese Verbindung
erklärt die rein körperlichen Reaktionen auf emotionale
Zustände, wie zum Beispiel das rote Gesicht bei Wut oder das
Herzklopfen bei Angst oder freudiger Erregung, oder eben, bei
länger dauernden Belastungen auch die Krankheiten.
Heilung des Körpers
kann nur erfolgen, wenn auch die emotionale Ebene mit
einbezogen wird.
Ziel der psychischen Kinesiologie ist es, die
eingespeicherten Programme durch neue Einsichten und
Erkenntnisse zu ersetzen oder „umzuprogrammieren“, um
wieder mit dem Vorderhirn, bewusst und logisch reagieren zu
können.
Hier bieten sich NLP-Techniken wie die Bild-oder
Film-Technik, Farben und Symbole an.